Wenn schnell jemand verständigt werden muss, sollte die passende Telefonnummer leicht zu finden sein. Ordnen Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen eine kurze Kontaktübersicht: Wer ist zuerst erreichbar, wer kann ersatzweise helfen und wo liegt die aktuelle Liste? Dafür genügt zunächst ein gut lesbares Blatt.
Notruf und persönliche Kontakte getrennt aufschreiben
Bei einem Notfall darf die Suche nach Angehörigen einen notwendigen Notruf nicht verzögern. Über 112 erreichen Sie Feuerwehr und Rettungsdienst. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erklärt auf seiner Seite Erste Hilfe und Notruf, welche Angaben bei der Meldung wichtig sind.
Setzen Sie den Notruf deshalb deutlich abgesetzt an den Anfang der Übersicht. Darunter folgen Ihre persönlichen Kontakte. Ein Familienmitglied, eine Nachbarin oder ein Pflegedienst hat eine andere Aufgabe als die Rettungsleitstelle. Kennzeichnen Sie diese Unterschiede mit verständlichen Worten und verlassen Sie sich dabei nicht allein auf Farben.
Eine erste und eine weitere Ansprechperson festlegen
Fragen Sie die Menschen auf Ihrer Liste, ob sie diese Rolle übernehmen möchten. Klären Sie, unter welcher Nummer und zu welchen Zeiten sie normalerweise erreichbar sind. Eine gespeicherte Telefonnummer ist noch keine Zusage, jederzeit kommen oder etwas entscheiden zu können.
Notieren Sie zu jeder Person nur die Angaben, die für den vereinbarten Zweck gebraucht werden:
- Name und Beziehung zu Ihnen, beispielsweise Tochter oder Nachbar.
- Eine gut erreichbare Telefonnummer.
- Vereinbarte Aufgabe, etwa Angehörige informieren oder einen Schlüssel bringen.
- Eine weitere Ansprechperson, falls niemand erreicht wird.
Besprechen Sie auch, wer weitere Familienmitglieder verständigt. So müssen nicht mehrere Personen gleichzeitig dieselben Telefonate führen. Eine Kontaktliste erteilt allerdings keine Vollmacht und beantwortet nicht, wer gegenüber Behörden oder medizinischen Stellen handeln darf.
Die Liste auch ohne Mobiltelefon nutzbar machen
Das BBK empfiehlt unter In der Krise informiert sein eine Liste wichtiger Nummern auf Papier. Sie hilft, wenn digital gespeicherte Kontakte nicht zugänglich sind. Drucken Sie Ihre Übersicht mit großer Schrift oder schreiben Sie deutlich mit einem dunklen Stift.
Bewahren Sie eine aktuelle Ausgabe an einem mit den beteiligten Personen vereinbarten Ort auf. Überlegen Sie gemeinsam, welche Kopie unterwegs sinnvoll ist. Ein Hinweis auf den Aufbewahrungsort wichtiger Unterlagen kann genügen; umfangreiche Gesundheitsunterlagen müssen dafür nicht auf dem Kontaktblatt stehen.
Für wichtige Dokumente beschreibt das BBK eine griffbereite Dokumentenmappe. Legen Sie fest, welche vertrauten Personen ihren Standort kennen sollen. Verteilen Sie Kopien der Kontaktliste gezielt und mit Zustimmung der Personen, deren Daten darauf stehen.
Änderungen gemeinsam nachhalten
Schreiben Sie ein Aktualisierungsdatum auf das Blatt. Kontrollieren Sie die Angaben nach einem Umzug, einer neuen Telefonnummer oder veränderten Absprachen. Entfernen Sie alte Ausgaben, damit nicht zwei verschiedene Reihenfolgen im Umlauf sind.
Prüfen Sie persönliche Telefonnummern in einem vorher abgesprochenen normalen Gespräch. Wählen Sie niemals eine Notrufnummer, um die Liste zu testen. Für die allgemeine Abstimmung hilft auch unser Ratgeber Unterstützung in der Familie organisieren. Ihre ausgefüllte Kontaktliste bleibt bei Ihnen und den vereinbarten Vertrauenspersonen; für diesen Ratgeber müssen Sie Heim-Helfer keine persönlichen Daten übermitteln.
Ihre kurze Checkliste
- Notruf und persönliche Ansprechpersonen deutlich getrennt.
- Erreichbarkeit und Aufgaben mit den Beteiligten abgesprochen.
- Eine weitere Kontaktperson für Ausfälle benannt.
- Gut lesbare Papierausgabe und Aufbewahrungsort festgelegt.
- Aktualisierungsdatum ergänzt und alte Kopien ersetzt.
Redaktioneller Stand und Quellenabgleich: 20.10.2026. Die Übersicht unterstützt Ihre persönliche Organisation und ersetzt keine Notfallhilfe.
