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Betrugsanrufe erkennen und richtig reagieren

Wenn ein Anruf Sie zu Geldübergaben, zur Weitergabe von Zugangsdaten oder zu sofortigen Entscheidungen drängt, beenden Sie das Gespräch. Prüfen Sie die Behauptung anschließend über einen selbst gewählten Kontaktweg. Sie müssen am Telefon nicht herausfinden, welche Geschichte genau erfunden ist.

Eine einfache Reihenfolge hilft: auflegen, kurz ordnen, unabhängig nachfragen. Besprechen Sie diese Schritte auch mit Angehörigen, damit im entscheidenden Moment eine bekannte Vorgehensweise bereitsteht.

Auf Forderungen und Gesprächsdruck achten

Ein Warnzeichen ist die Verbindung aus einer überraschenden Geschichte und einer dringenden Forderung. Angeblich braucht ein Angehöriger sofort Geld. Oder eine vermeintliche Amtsperson verlangt, niemandem von dem Gespräch zu erzählen.

Die Polizei erklärt Schockanrufe und empfiehlt, das Gespräch zu beenden und unter einer bekannten Nummer nachzufragen. Lassen Sie sich nicht in der Leitung halten, während Sie Geld beschaffen oder andere Schritte erledigen sollen.

Antworten Sie nicht mit zusätzlichen Familiennamen, Kontoständen oder Angaben zu Wertgegenständen. Ein möglicher Satz lautet: „Ich beende das Gespräch und kläre das selbst.“ Eine ausführliche Begründung ist dafür nicht nötig.

Eine angezeigte Nummer nicht als Beweis ansehen

Auf dem Display kann eine vertraut wirkende Rufnummer stehen. Das beweist nicht, wer tatsächlich anruft. Die Polizeiliche Kriminalprävention beschreibt die Manipulation solcher Anzeigen bei Anrufen falscher Polizeibeamter.

Die Polizei verwahrt Ihr Bargeld oder Ihren Schmuck nicht zur vorsorglichen „Sicherung“. Übergeben Sie nichts an unbekannte Abholpersonen. Lassen Sie sich auch durch einen genannten Namen oder eine angebliche Dienststelle nicht zu einer Übergabe bewegen.

Beenden Sie zuerst die Verbindung. Wählen Sie anschließend eine selbst herausgesuchte offizielle Nummer. Verwenden Sie weder die Rückruftaste noch eine Telefonnummer, die Ihnen während des verdächtigen Gesprächs genannt wurde. Angehörige erreichen Sie über eine bereits bekannte Nummer.

Unerwartete Computerhilfe ablehnen

Eine weitere Masche ist ein Anruf wegen angeblicher Computerprobleme. Sie sollen ein Programm installieren oder den Bildschirm für eine fremde Person freigeben. Dadurch kann ein Zugriff auf Ihren Computer ermöglicht werden.

Die Warnung der Polizei vor falschen Microsoft-Mitarbeitern beschreibt diesen Ablauf. Installieren Sie auf einen solchen Anruf hin keine Fernwartungssoftware und geben Sie keine Passwörter oder Zahlungsdaten heraus.

Wenn Sie tatsächlich technische Hilfe benötigen, wenden Sie sich selbst an einen bekannten Kontakt oder den offiziellen Support. Eine unterstützende Person sollte erklären, was sie tun möchte. Ein unerwarteter Anruf schafft keinen Grund, sofort Zugriff zu gewähren.

Nach einem verdächtigen Gespräch handeln

Informieren Sie bei einem verdächtigen Anruf die Polizei unter 110. Notieren Sie, soweit erinnerlich, Uhrzeit, genannte Namen und die Forderung. Sie müssen den Anruf nicht fortsetzen, um zusätzliche Beweise zu sammeln.

Bei eingeräumtem Computerzugriff trennen Sie zuerst die Internetverbindung und holen fachkundige Hilfe hinzu. Wurde bereits Geld überwiesen oder wurden Bankdaten beziehungsweise Zugangsdaten weitergegeben, kontaktieren Sie unverzüglich die betroffene Bank oder den Dienst. Nutzen Sie einen offiziellen Telefonkontakt oder ein anderes, nicht betroffenes Gerät. Erklären Sie konkret, was passiert ist.

Bewahren Sie vorhandene Nachrichten und Zahlungsbelege auf. Lassen Sie sich von einer vertrauten Person unterstützen. Auch ein bereits beendeter oder zunächst geglaubter Betrugsversuch sollte gemeldet werden.

Ihre kurze Checkliste

  • Gespräch bei Druck oder verdächtigen Forderungen beendet.
  • Keine Daten, Geldbeträge oder Wertsachen weitergegeben.
  • Behauptung über eine selbst gewählte bekannte Nummer geprüft.
  • Polizei und gegebenenfalls Bank oder Dienst kontaktiert.
  • Vorhandene Angaben und Belege gesichert.

Für E-Mails und SMS hilft die Anleitung Betrügerische Nachrichten erkennen.

Redaktioneller Stand und Quellenabgleich: 20.10.2026. Die Hinweise orientieren sich an der Polizeilichen Kriminalprävention.